
Bildunterschrift Duale Studierende mit ihren Ausbilderinnen im Albert-Schweitzer-Kinderdorf mit (von links): Lennard Rose (Uslar), Michaela Tietze, Bettina Schwedler (Hausleiterinnen Kinderdorffamilien), Ronja Hartig (Wesertal), Marla Erdmann (Göttingen), Helin Abdullah (Göttingen) und Lara Braukmüller (Grünenplan). Oben (von links) Melanie Kettler (Wohngruppe Teichhof), Johanna Raasch (Adelebsen), Lara Meyer (Kalefeld), Sarah Streibel (Nörten-Hardenberg), Bea Thamm (Holzminden) und Gina Raabe (Seulingen).
Uslar: Drei Jahre Studium und jede Menge unterschiedliche Einblicke in die Soziale Arbeit: Das Albert-Schweitzer-Kinderdorf Uslar geht neue Wege in der Ausbildung in der sozialen Arbeit – und lädt Studierende dazu ein, Theorie und Praxis besonders vielseitig miteinander zu verbinden.
Aktuell bildet das Kinderdorf in Kooperation mit der Göttinger Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie neue Studierende im Bachelorstudiengang Soziale Arbeit aus. Zum 1. August 2026 sind vier junge, hochmotivierte Frauen neu gestartet. Auf sie wartet ein eigens für das Kinderdorf entwickeltes Ausbildungskonzept: die „Rotation“.
Drei Jahre – viele Perspektiven
Was bedeutet Soziale Arbeit eigentlich ganz konkret? Und wie unterschiedlich können die Arbeitsfelder sein, in denen Sozialarbeiter tätig werden?
Die Antwort darauf erleben die Studierenden im Kinderdorf nicht nur aus Büchern, sondern direkt in der Praxis. Während ihrer dreijährigen Regelstudienzeit lernen sie verschiedene Systeme und die vielfältigen Arbeitsbereiche kennen. Dazu gehören unter anderem Familien, Erziehungsstellen und Wohngruppen, aber auch das Jugendwohnen sowie die Soziale Arbeit mit Erwachsenen.
„Wir möchten unseren Studierenden möglichst früh zeigen, wie vielfältig Soziale Arbeit ist“, erklärt das Kinderdorf-Team. „Durch die Rotation können sie unterschiedliche Arbeitsfelder kennenlernen, eigene Interessen entdecken und ihre berufliche Perspektive Schritt für Schritt entwickeln“, sagt Kinderdorfleiter Michael Tietze.
So präsentierte beispielsweise Nathalie Karimzada, Bereichsleitende im Jugendwohnen, ihren Arbeitsbereich. Auch Beate Weske, Teamleitung der „Wegbegleiter“ aus Northeim, stellte bei der Auftaktveranstaltung am 11. August 2026 die Arbeit mit Erwachsenen vor und lud die Studierenden ausdrücklich dazu ein, eine Praxisphase in ihrem Team zu absolvieren.
Soziale Arbeit kann mehr
Doch die Rotation endet nicht an der Tür von Wohngruppe, Familienhilfe oder Jugendwohnen. Denn moderne Soziale Arbeit braucht mehr als pädagogisches Fachwissen.
Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter übernehmen zunehmend auch Leitungsverantwortung, arbeiten in der Öffentlichkeitsarbeit und Personalgewinnung mit. Deshalb erhalten die Studierenden im Albert-Schweitzer-Kinderdorf auch Einblicke in diese Bereiche und lernen die organisatorischen und strategischen Seiten des Albert-Schweitzer-Familienwerk e.V. kennen.
Damit entsteht ein Ausbildungskonzept, das neugierig macht: auf Menschen, auf Arbeitsfelder und auf die vielen Möglichkeiten, die ein Studium der Sozialen Arbeit eröffnet.
Eine Einladung an Studierende
Das Albert-Schweitzer-Kinderdorf zeigt damit: Ein dual beziehnungsweise praxisnah ausgerichtetes Studium kann weit mehr sein als die klassische Verbindung von Hörsaal und Arbeitsplatz. Es kann eine Entdeckungsreise durch die Soziale Arbeit sein.
Michael Tietze: „Wer studiert, muss schließlich nicht schon am ersten Tag wissen, wo die berufliche Reise hingehen soll. Viel wichtiger ist die Möglichkeit, verschiedene Wege auszuprobieren, Erfahrungen zu sammeln und herauszufinden: Was liegt mir? Wo kann ich etwas bewegen?“
Das Kinderdorf freut sich deshalb auf eine spannende gemeinsame Zeit mit seinen neuen und bisherigen Studierenden – und auf viele neue Perspektiven. „Wir freuen uns auf eine „rotierende“ Zeit mit euch – ganz ohne Schwindel!“, fügt Sandra Faust als stellvertretende Leiterin und Initiatorin hinzu.
Hintergrund:
Das Albert-Schweitzer-Kinderdorf Uslar: Neben den sieben Kinderdorffamilien, die für die Betreuung von 30 Kindern zuständig sind, gehören auch fünf Erziehungsstellen mit insgesamt neun Kindern sowie Pflegefamilien zum Konzept des Uslarer Kinderdorfes. Drei Wohngruppen mit 28 stationären Plätzen mit zusätzlich zwei Verselbständigungseinheiten, das Jugendwohnen mit neun Plätzen, ein integrativer Kindergarten, ein Jugendcamp und ein Berufsförderzentrum runden das Angebot ab.
Alle Infos sind auf der Website www.kinderdorf-uslar.de zu finden.