1.Symbolische Eröffnung des Ausbildungsbetriebs für Garten- und Landschaftsbau des Albert-Schweitzer-Familienwerks in Uslar: Anke Waldmann (vorn links), Finanzleiterin und besondere Vertreterin des Familienwerks, und Ines Puschmann, Leiterin der Berufsbildenden Schulen II in Northeim, am Foliengewächshaus.

Symbolische Eröffnung des Ausbildungsbetriebs für Garten- und Landschaftsbau des Albert-Schweitzer-Familienwerks in Uslar: Anke Waldmann (vorn links), Finanzleiterin und besondere Vertreterin des Familienwerks, und Ines Puschmann, Leiterin der Berufsbildenden Schulen II in Northeim, am Foliengewächshaus.

Reha-Ausbildungsstätte im Garten- und Landschaftsbau mit acht Plätzen eingeweiht

Uslar – Das Albert-Schweitzer-Familienwerk in Uslar hat einen Ausbildungsbetrieb eröffnet, der unter Reha-Ausbildungsbetrieb Garten- und Landschaftsbau firmiert. Er bietet Platz für acht Auszubildende im Garten- und Landschaftsbau und schafft damit Perspektiven für junge Menschen. Darüber hinaus sichert er auch die Zukunft für das Berufsförderzentrum des Familienwerks, wie bei der offiziellen Eröffnungsfeier deutlich wurde.

Auf dem Firmengelände am Sohlinger Stadtweg gegenüber dem Kinderdorf stellte sich der neue Ausbildungsbetrieb mit seinen derzeit sechs Auszubildenden unter der Leitung von Ausbilder Mirko Philipps mit dem im Bau befindlichen Gebäude mit Aufenthalts-, Schulungs- und Lagerräumen sowie mit dem Foliengewächshaus und den bisherigen Gerätschaften einem großen Publikum vor.

Start war im Winter mit drei Auszubildenden, hinzugekommen sind jetzt drei neue Lehrlinge. Michael Tietze, Einrichtungsleiter des Kinderdorfs, zu dem das Berufsförderzentrum und der neue Ausbildungsbetrieb gehören, stellte die Bedeutung der Einrichtung heraus, in der junge Erwachsene nicht nur einen Beruf erlernen, sondern vor allem eine echte Perspektive bekommen. Tietze: „Gerade für junge Erwachsene, die aus unterschiedlichen Gründen nicht einfach nahtlos in eine reguläre Ausbildung starten konnte, ist das von unschätzbarem Wert.“

Weg in die Arbeit

In der neuen Einrichtung stehen die jungen Menschen im Mittelpunkt, so Tietze. Und mit dem Garten- und Landschaftsbau werde ein wunderbares Berufsfeld angeboten: „Es ist praktisch, sichtbar, sinnvoll und lebendig.“ Der Anspruch an den neuen Betrieb ist, die jungen Menschen zu begleiten, zu fördern und ihnen etwas zuzutrauen. Ziel ist, jungen Erwachsenen den Weg in Ausbildung, Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Tietze dankte allen Beteiligten, die das Projekt aufgebaut haben.

Der neue Ausbildungsbetrieb stellte sich mit seinen Auszubildenden und Geräten bei der Einweihung vor. Im Hintergrund das Foliengewächshaus.

Der neue Ausbildungsbetrieb stellte sich mit seinen Auszubildenden und Geräten bei der Einweihung vor. Im Hintergrund das Foliengewächshaus.

Andrea Kohl, Bereichsleiterin des Berufsförderzentrums (früher Jugendwerkstatt), berichtete über die dreijährige Entstehungsgeschichte und die Bedeutung des Projekts als Zukunftsperspektive für junge Leute mit Unterstützungsbedarf und gleichzeitig für das Berufsförderzentrum, unter anderem mit elementarer Unterstützung durch die Berufsbildende Schule II in Northeim. Dadurch war auch die Grundlage für die Leader-Förderung gelegt, um ganz gezielt für die Anschaffung für die Ausstattung des Betriebes Anträge zu stellen. Kohl lobte unter anderem den Einsatz von Charlotte Emunds, Heidi Jahns und Ragnhild Pfitzner für das Projekt.

Danke vom Träger

Anke Waldmann vom Vorstand des Familienwerks hob hervor, dass es für das Projekt aktiver Mitarbeit innerhalb des Teams, des Familienwerks und auch von außen bedurfte. Die Ideengeber, Partnerunternehmen, Unterstützer und Umsetzer haben das Projekt erst möglich gemacht. Dafür danke das Familienwerk als Träger. Waldmann betonte, dass die Fertigstellung des Betriebsgeländes Teil der Ausbildung sein wird. Das Gelände soll mit den jungen Menschen wachsen und die Möglichkeit bieten, sich weiterzuentwickeln, „denn Menschen sind der zentrale Punkt dieser Ausbildung und BvB-Maßnahme“.

Bürgermeister Torsten Bauer sagte, dass nicht nur ein neuer Ausbildungsbetrieb eröffnet wird, sondern es sich um einen wichtigen Baustein bei der Erweiterung des Angebots des Berufsförderzentrums handele. Es schaffe damit Chancen und Perspektiven für junge Menschen. Der Garten- und Landschaftsbau bietet an sich viele Möglichkeiten und ist für die Stadt und die Region mit ihren Grünanlagen, Gärten, Wegen und Freiflächen von großer Bedeutung. Er dankte der LAG Harzweserland für den Förderkostenbeitrag von 70 Prozent und den weiteren Geldgebern. Mit diesem Projekt investiere man in die Zukunft, in die Gesellschaft und in die Region.

Bernd Sommer, Vorstand der Kreis-Sparkasse Northeim, bescheinigte dem Familienwerk, Großes zu leisten, weil jungen Menschen eine Perspektive geboten werde. Die KSN habe die Erfahrung gesammelt, dass es sich lohne, in die Projekte des Familienwerks zu investieren.

Ines Puschmann, Schulleiterin der BBS II Northeim, überbrachte Glückwünsche und betonte, mit dem Familienwerk einen verlässlichen Partner in der Ausbildung von Werkern für den Garten- und Landschaftsbau gefunden zu haben. Seit 2018 wird die Schule immer wieder gefragt, ob sie Gartenbaubetriebe kenne, die auf diesem Gebiet ausbilde. Aus Sicht der BBS II könne sie behaupten, dass diese Ausbildung einen wichtigen Beitrag dazu leistet, jungen Menschen, insbesondere mit Beeinträchtigung, eine berufliche Perspektive zu eröffnen und ihnen den Zugang zu Ausbildung, Arbeit und gesellschaftlicher Teilhabe zu ermöglichen.

Danke an die HNA und Frank Schneider