Katharina Westphal führt als Teamleiterin der Ambulanten Hilfen Einbeck auch die Erstgespräche. Die Gesprächssituation auf dem Bild vermittelt auch einen Eindruck von der warmen Atmosphäre vor Ort. Denn auch die Umgebung ist wichtig, damit man sich sicher und wohl fühlen kann. 

Einbeck – Erwachsene mit psychischer oder drohender psychischer Erkrankung, haben im Raum Einbeck und Holzminden durch die Ambulanten Hilfen der Wegbegleiter des Albert-Schweitzer-Familienwerk e.V. die Möglichkeit, sich begleitende Unterstützung zu holen und ihre Probleme im Alltag mit Hilfe zur Selbsthilfe in den Griff zu bekommen.

In den vergangenen Jahren haben sich das Angebot und das Team der Ambulanten Hilfen Einbeck deutlich weiterentwickelt: Die Anzahl der Mitarbeitenden ist von ursprünglich fünf auf mittlerweile zehn Mitarbeitende gewachsen. Mit dieser Vergrößerung wurde auf steigende und veränderte Bedarfe, insbesondere auch im Zuge der gesellschaftlichen Veränderungen nach der Covid-Zeit, reagiert. Mit dem Umzug in neue, großzügigere Räumlichkeiten in der Papenstraße 1 in Einbeck eröffneten sich zudem noch weitere, neue Möglichkeiten für die Arbeit mit Klientinnen und Klienten. Mehrere Beratungsräume schaffen eine ruhige, geschützte Atmosphäre für sensible Gespräche, während gleichzeitig ein strukturierter Arbeitsalltag im Team möglich bleibt. Auch interne Abläufe wie Dienstbesprechungen und Supervision können problemlos direkt vor Ort stattfinden.
Ein besonderer Vorteil ist es jetzt auch, dass am zentral gelegenen Standort inzwischen auch zwei Reha-Gruppen mit eingezogen sind. Dadurch entstehen sowohl für die Teams, als auch die Klienten und Klientinnen neue Synergien mit dem Nebeneffekt, dass insbesondere die Klienten den Ort in ihrem Alltag zunehmend als festen Anlaufpunkt und „zweite Heimat“ erleben.
Niedrigschwellige Hilfe für Menschen in belastenden Lebenssituationen
Der Zugang zum Angebot, zu dem Begleitungen, Gespräche, lebensalltagsnahe Unterstützung und auch Gruppenaktivitäten gehören, ist bewusst niedrigschwellig gestaltet. So müssen Interessierte nicht einmal selbst zum Telefonhörer greifen, um Kontakt aufzunehmen, wenn ihnen das Anrufen schwerfällt. Eine Kontaktmöglichkeit neben dem Telefonat ist das Verfassen einer E-Mail mit den persönlichen Kontaktdaten oder sogar eine einfache Rückrufbitte auf einem Notizzettel im Briefkasten der Ambulanten Hilfen Einbeck, um den ersten Kontakt herzustellen. Auf Wunsch gehen die Mitarbeitenden dann aktiv auf die Interessierten zu.
Im Erstgespräch wird gemeinsam geklärt, ob das Angebot passt oder welche weiteren Hilfen sinnvoll sein könnten. „Es wird niemand mit seinem Problem allein gelassen“ betont die Teamleiterin Katharina Westphal.
Auch finanziell muss sich kaum jemand Gedanken machen, denn in vielen Fällen werden die Kosten durch die öffentliche Hand übernommen, zudem unterstützt das Team von Anfang an umfassend bei allen notwendigen Anträgen.
Beziehungsarbeit als Schlüssel zum Erfolg
Im Mittelpunkt der Arbeit des Betreuerteams steht die Beziehung zwischen den Klienten und den Betreuenden. Vertrauen, Verlässlichkeit und eine für jeden Klienten passende persönliche Betreuungsperson sind dabei die entscheidenden Faktoren.
„Ich glaube, dass man nur auf eine tragfähige Beziehung aufbauen kann“, ist Katharina Westphal in diesem Kontext überzeugt.
Gleichzeitig verfolgen die Ambulanten Hilfen aber auch konsequent das Prinzip der „Hilfe zur Selbsthilfe“. Es ist das Ziel, Menschen langfristig zu mehr Eigenständigkeit zu befähigen und das auch, wenn das bedeutet, dass Klienten oder Klientinnen sich aktiv mit den eigenen Herausforderungen auseinandersetzen müssen.
Konkrete Unterstützung im Alltag
Die Hilfe setzt genau dort an, wo sie gebraucht wird: In der Lebensrealität der Menschen. Zu Hause und im Lebensumfeld: Begleitung zu Arztterminen und Ämtern, Unterstützung bei finanziellen Fragen, Strukturierung des Alltags, Unterstützung beim Aufbau sozialer Kontakte. Auch in schwierigen Lebensphasen, wie einer Trennung, schwerer Krankheit oder Wohnungsproblemen stehen die Ambulanten Hilfen zur Seite. Gemeinsam werden Lösungen entwickelt, realistische Ziele formuliert und anschließend Schritt für Schritt umgesetzt.
Mehr Gemeinschaft durch neue Angebote
Mit den neuen Räumlichkeiten wächst auch das Angebot im Gruppenbereich. Bereits etabliert sind Formate wie der offene „Klöntreff“ oder gemeinsame Veranstaltungen wie Sommerfeste. Künftig sollen weitere Gruppenangebote folgen. Dazu könnte ein Spieleabend ebenso zählen, wie ein strukturiertes Training zu bestimmten, wiederkehrenden Themen.
In Planung ist zudem ein spezielles Workshop-Angebot für junge Erwachsene, das grundlegende Alltagskompetenzen vermittelt. Thematisiert werden dort Bereiche wie Haushaltsführung, Finanzplanung oder auch Tagesstruktur. Hintergrund für diese neue Art Angebot ist die Beobachtung, dass vielen jungen Menschen der Übergang in ein selbstständiges Leben zunehmend schwerfällt.
Ausbau des Netzwerks gewünscht
Um noch mehr Menschen zu erreichen, möchten die Ambulanten Hilfen ihr Netzwerk weiter ausbauen. Insbesondere Fachpersonal, Einrichtungen und Institutionen, die mit potenziellen Klientinnen und Klienten in Kontakt stehen, können hier als wertvolle Mittler zwischen Hilfesuchenden und der vorhandenen Angebotsstruktur stehen. Ziel ist es, das Angebot bekannter zu machen und Zugangswege weiter zu erleichtern. Egal, ob Betroffener, Vermittler oder Interessierter: Die Ambulanten Hilfen Einbeck sind sowohl telefonisch unter: 0 55 51 / 97 73 – 13, als auch unter der E-Mail zu erreichen. Im Internet auf der Seite www.die-ambulanten-hilfen.de gibt es weitere Informationen.
Denn eines ist klar: Unterstützung ist da – sie muss nur den Weg zu den Menschen finden.

Hintergrund: Die Wegbegleiter des Albert-Schweitzer-Familienwerk e.V.
Die Wegbegleiter sind ein Netzwerk verschiedener Hilfsangebote an seelisch behinderte oder psychisch kranke Menschen, die den Halt und die Struktur in ihrem Alltag verloren haben. Insgesamt 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren sich unter dem Dach der Wegbegleiter. Die Klienten sind die Experten für ihr Leben. Diese Erkenntnis bestimmt das Handeln in den Angeboten:
– Tano – Tagesstätte Northeim,
– LebensRaum Bad Gandersheim,
– Ambulante Hilfen,
– Reha-Gruppen.