
Die Räumlichkeiten der Ambulanten Hilfen Uslar haben nach einem Wasserschaden eine umfassende Renovierung erhalten und strahlen jetzt in viel hellerer und offenerer Atmosphäre. Zudem wurde auch das Angebotsportfolio erweitert.
Uslar – Eine Renovierung der Räumlichkeiten stand bei den Ambulanten Hilfen Uslar schon länger im Raum. Doch manchmal braucht es einen konkreten Anlass, um die Dinge richtig ins Laufen zu bringen. Für das Team der Ambulanten Hilfen Uslar war es ein Wasserschaden, der schließlich den Startschuss für die längst fällige Renovierung gab. Nach abgeschlossenen Arbeiten präsentieren sich die Räumlichkeiten jetzt endlich deutlich heller, freundlicher und vor allem auch offener. Doch als wäre das noch nicht genug der Neuigkeiten, gibt es auch noch eine willkommene inhaltliche Veränderung zu berichten.
Dass die Räume in der Bahnhofstraße gut und gerne eine Auffrischung gebrauchen könnten, stand für die Teamleiterin Esther Schiller bereits seit Übernahme ihrer neuen Aufgabe in Uslar fest. Denn die Wandfarben waren an einigen Stellen nicht mehr zeitgemäß, hier und da zeigten sich vergilbte Bereiche und im großen Gruppenraum hatten sich sogar kleine Löcher im Wandbelag angesammelt. Doch wie es sich im Alltag nur allzu oft zeigt, kam immer wieder etwas dazwischen und die Renovierung ließ auf sich warten.
Doch dann kam eines Morgens der Wasserschaden: Die Küche war betroffen und stand bereits ein wenig unter Wasser. Plötzlich war eine akute Schadensbegrenzung unumgänglich und die Renovierung der Küche wurde zur Priorität. Aber getreu dem Motto „Wenn wir jetzt schon anpacken müssen, dann richtig!“, war auch die Entscheidung zur vollständigen Renovierung schnell getroffen.
Und angepackt wurde daraufhin tatsächlich gemeinsam. Das Team reagierte sofort, räumte auf, organisierte und brachte die notwendigen Dinge auf den Weg. Später kamen sogar noch Klientinnen und Klienten dazu, denn am Tag des Geschehens fand zufällig auch der Klöntreff statt. Dank der zupackenden Hilfe von Vielen wurde aus einer unschönen Notfallsituation so auch noch ein gemeinsames Projekt. Das lief wirklich beispielhaft und an dieser Stelle geht auch nochmal ein ordentlicher Dank an all die spontanen, fleißigen Helfer und Helferinnen raus.
Das Renovierungsergebnis im Anschluss kann sich dafür auch sehen lassen: Alle Räume strahlen nun viel mehr Licht, mehr Weite und eine insgesamt freundlichere Atmosphäre aus. Besonders deutlich wird das durch die entfernten Gardinen. Einige waren optisch nicht mehr passend, andere schluckten durch ihre dunklen Farben und schweren Stoffe regelrecht das Tageslicht. So ließ die dunkelbraune Gardine den großen Gruppenraum beispielsweise deutlich kleiner wirken. Vor allem an der Terrassentür sorgt der Verzicht auf die Vorhänge nun für spürbar mehr Helligkeit und Offenheit und der Blick auf das satte Grün des Gartens tut allen gut. Im Gemeinschaftsraum kommt außerdem die Anordnung der drei Fenster jetzt viel besser zur Geltung und veränderte die Atmosphäre auf Anhieb.
Erfreulicherweise haben zumindest die Küchengardinen noch nicht ganz ausgedient und kurzerhand eine neue Besitzerin gefunden, denn ein Klient fand Gefallen an dem guten Stück. Er nutzte kurzerhand die Gelegenheit und gab ihr ein neues Zuhause in den eigenen vier Wänden.
Ein Fernseher für Dienstbesprechungen und vielleicht bald auch für gemeinsame Filmabende
Eine weitere Neuerung hängt jetzt unverkennbar an der seitlichen Wand im großen Gruppenraum: Ein Fernseher. Er ist zunächst vor allem für die Arbeit des Teams gedacht und nicht an einen Satellitenanschluss gekoppelt. Für Dienstbesprechungen ist er bereits fleißig in der Nutzung und ausgesprochen praktisch. Er bietet mit seiner großen Grundfläche eine willkommene Gelegenheit, Dokumente, Präsentationen und andere Inhalte für alle gut sichtbar darzustellen.
Eine Kollegin hat auch bereits probiert, einen DVD-Player anzuschließen. Somit könnten künftig auch gemeinsame Aktivitäten mit den Klientinnen und Klienten möglich werden. Denkbar wäre ein gemütlicher Filmnachmittag im Winter mit passenden Weihnachtsgeschichten, wenn es draußen kalt und früh dunkel wird.
Bessere Übersicht und gemeinsame Begegnungen
Auch im Flur hat sich etwas getan: Auf dem Sideboard findet sich nun übersichtlich und gut für jeden erkennbar eine Sammlung der Informationsflyer der Angebote der Wegbegleiter vom Albert-Schweitzer-Familienwerk e.V. Damit werden wichtige und hilfreiche Informationen bereits beim Hereinkommen präsent und sind für Klientinnen und Klienten jederzeit unkompliziert zugänglich.
Doch nicht nur die Räume, sondern auch das Angebot der Ambulanten Hilfen entwickelt sich weiter. Neben dem regelmäßigen Klöntreff vor Ort und wiederkehrenden Veranstaltungen, wie dem Sommerfest oder der Weihnachtsfeier, können durch veränderte Rahmenbedingungen inzwischen auch feste Gruppenangebote stattfinden. Erste Ideen dazu gibt es bereits: Eine Kollegin denkt über ein regelmäßiges Gesellschaftsspiel-Angebot nach und gemeinschaftliches Kochen und Basteln stehen ebenfalls weit oben auf der Wunschliste.
Darüber hinaus werden regelmäßig gemeinsame Ausflüge organisiert. Wohin es geht, entscheidet die Gruppe mit. Mal kann das ein Besuch im Tierpark sein, mal ein gemeinsames Essen. Ein besonderes Beispiel dafür ist das gemeinsame Lieblingsrestaurant „Don‘s Diner“, in dem sich fast schon eine Art kleiner „Stammtisch“ entwickelt.
Damit wird deutlich: Die Ambulanten Hilfen sind weit mehr als reine Unterstützung im Alltag. Sie schaffen Begegnung, ermöglichen Teilhabe und bieten Räume, in denen Menschen eigene Ideen einbringen sowie Gemeinschaft und Unterstützung erleben können.
Wachsender Bedarf trifft auf politische Herausforderungen
Der Bedarf an ambulanter Betreuung für Menschen mit psychischen Erkrankungen wächst. Gleichzeitig wächst der Kostendruck, worauf mit den derzeitig diskutierten Vorschlägen zur Reform der sozialen Systeme geantwortet wird. Diese Vorschläge stellen Leistungen in Art und Umfang in Frage, was die Leistungsempfänger, also die Menschen mit Behinderung, verunsichert.
Mitarbeitende, Klientinnen und Klienten wünschen sich Entscheidungen, die nicht nur einzelne Kostenpositionen betrachten, sondern das Zusammenspiel der Unterstützungsangebote berücksichtigen. Was auf den ersten Blick wie eine Einsparung aussehen mag, kann sich an anderer Stelle zu zusätzlichen Kosten, mehr Aufwand und vor allem zu mehr Belastungen für die Betroffenen entwickeln.
Die frisch renovierten Räume der Ambulanten Hilfen stehen sinnbildlich für etwas, auf das es in der sozialen Arbeit ankommt: Dinge gemeinsam anpacken, genau hinsehen, Möglichkeiten schaffen und Lösungen finden, die langfristig tragen.
Hintergrund: Die Wegbegleiter des Albert-Schweitzer-Familienwerk e.V.
Die Wegbegleiter sind ein Netzwerk verschiedener Hilfsangebote an seelisch behinderte oder psychisch kranke Menschen, die den Halt und die Struktur in ihrem Alltag verloren haben. Insgesamt 170 Wegbegleiter engagieren sich unter dem Dach der Wegbegleiter. Die Klienten sind die Experten für Ihr Leben. Diese Erkenntnis bestimmt das Handeln in den Angeboten:
- Tano – Tagesstätte Northeim,
- LebensRaum Bad Gandersheim,
- Ambulante Hilfen,
- Reha-Gruppen.
- Büro für Leichte Sprache
Insgesamt 716 Menschen betreuen und begleiten die Wegbegleiter in den Landkreisen Northeim und Göttingen



