1996

Die Vereinsführung erhielt nach einer externen Überprüfung Kenntnis von schwerwiegenden Vorwürfen gegen den damaligen Chefarzt: Grenzüberschreitungen, nicht nachvollziehbare Untersuchungsmethoden, sexuelle Übergriffe. Die eingeleiteten staatsanwaltlichen Ermittlungen wurden 1997 eingestellt.


1997

Maßnahmen des Familienwerks: Interne Anhörungen, Einbezug externer Fachberatung, Erteilung von Arbeits- und Dienstanweisungen für den Chefarzt, erfolglose Kontakte mit Behörden zwecks Erlangung belastbarer Fakten.


1998

Die „Neue Westfälische“, der „Tägliche Anzeiger Holzminden“ und “DER SPIEGEL” berichteten über die kriminellen Handlungen und Missbrauchsvorwürfe gegenüber dem damaligen Chefarzt. Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses mit dem Chefarzt, nach Entzug von dessen Approbation Ausspruch der fristlosen Kündigung.
Krisenmanagement zur Aufrechterhaltung der Patientenversorgung und des Klinikbetriebes mit Unterstützung externer Fachleute.


1999

Neubesetzung der vakanten Chefarztstelle, umfassende Aufarbeitung der geschichtlichen Entwicklung durch die Klinikmitarbeitenden mit externer Beratung, Erarbeitung einer neuen Identität der Klinik, Abbau von Hierarchien, Implementierung einer systemischen Grundhaltung in den Teams, die bis heute Bestand hat.


seit 1999

Ehemalige Patientinnen und Patienten, die sich an die Klinik oder den Träger wenden, erhalten zeitnah die Gelegenheit zum Gespräch, Besuch und gegebenenfalls Einsicht in ihre Patientenakte. Hinweise, Schilderungen und Rückmeldungen von betroffenen Patientinnen und Patienten sind uns jederzeit wichtig. Zusätzlich haben wir externe Kontaktmöglichkeiten geschaffen – siehe am Ende dieser Seite.
Es erfolgt die konzeptionelle Neugestaltung zum Abbau autoritärer Strukturen. Schaffung flacher Hierarchien. Vertiefung des systemischen Ansatzes, Beförderung von Transparenz und teambezogenem Arbeiten. Die kooperativen Strukturen sowie ressourcen- und lösungsorientiere Prozesse werden fokussiert.


2011

Ergänzend erfolgt die Einführung aller für die Jugendhilfe einschlägigen Kinderschutz-Standards auch in der Klinik und der Ambulanz.


Ab 2014

Etablierung der trägerweiten Arbeitsgruppe Kindeswohl: Erarbeitung von Leitlinien, Standards. Weiterentwicklung von Schutzkonzepten.


2017

Vereinbarung mit dem Fonds sexueller Missbrauch. Das Albert-Schweitzer-Familienwerk e.V. hat sich damit dem Ergänzenden Hilfesystem (EHS) angeschlossen. Das Ergänzende Hilfesystem unterstützt Betroffene, die als Kinder oder Jugendliche sexualisierte Gewalt im familiären Bereich oder in einer Einrichtung erlebt haben. Ziel ist es, die entstandenen Folgebeeinträchtigungen abzumildern.

Mit dem Klick auf das Bild erhalten Sie Informationen über das “Ergänzende Hilfesystem” des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.


seit 2018

Ergänzung der Aufarbeitung auf Basis der Aktenlage um Erkenntnisse aus Gesprächen und Korrespondenz mit Opfern und Interessenvertretern von Opfern, Angehörigen, ehemaligen Mitarbeitenden, ehren- und hauptamtlichen Verantwortungsträgern. Öffentlicher Fachvortrag zum Thema „Sexueller Missbrauch in Institutionen“ 2019 in Holzminden.


2023

Auf Basis einer trägerweiten Verhaltensrichtlinie und mit den Erkenntnissen aus einer Vielzahl von Qualifizierungen über die Deutsche Krankenhausgesellschaft werden die Konzepte zur Gestaltung der Klinik als sicherer Ort weiter vertieft.


Ansprechpartner bei Sorgen und Nöten sowie bei etwaigen Gesetzes- oder Regelverstößen

Neben den klinikinternen Ansprechpartnern gibt es eine Reihe weiterer Personen und Institutionen, an die sich Patientinnen und Patienten, aber auch Mitarbeitende mit Sorgen, Nöten und Beschwerden wenden können:

  1. Die Patientenfürsprecherin Barbara Pramann. Die Patientinnen und Patienten werden aktiv auf die Funktion und die Kontaktmöglichkeiten hingewiesen ,oder sie können für ihre Anliegen die anonymen Briefkästen nutzen.
    Zudem bietet Barbara Pramann feste Sprechzeiten auf den Stationen und in der Tagesklinik an:
    Kontakt zur Patientenfürsprecherin
  2. Das Jugendamt. Die Patientinnen und Patienten werden aktiv auf die Kontakt- und Beschwerdemöglichkeiten hingewiesen:
    (Link zum Jugendamt)
  3. Externe Ansprechperson für Hinweisgeberinnen und Hinweisgeber: Rechtsanwalt Prof. Dr. Rainer Cherkeh
    Kontakt zur Ombudsperson
  4. Auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es mittlerweile etliche und niederschwellige Möglichkeiten, sich zu melden, zu beschweren oder Rat zu holen. Von neutralen Dienstleistern wie TALINGO EAP über ein Beschwerdemanagement des Familienwerks bis hin zu einer Ombudsperson (Ziffer 3) haben wir zahlreiche Anlaufstellen geschaffen:
      Rat und Hilfe für Mitarbeitende.

Ehemalige Patientinnen und Patienten,

denen Unrecht widerfahren ist, können sich gerne und jederzeit wenden an

• den Chefarzt der Klinik (Dr. Dirk Dammann, Pipping 5, 37603 Holzminden, Telefon: 0 55 31/ 93 11 – 0.

oder
• den Vorstand des Albert-Schweitzer-Familienwerk e.V. Astrid Walter Jahnstraße 2, 37170 Uslar, Telefon: 0 55 71 / 92 43 – 0 (E-Mail: ) und Martin Kupper, Jahnstraße 2, 37170 Uslar Telefon: 0 55 71 / 92 43 – 0 (E-Mail: )
Mehr Infos über den Vorstand

oder
• die bestellte externe Ansprechperson für Hinweisgeberinnen und Hinweisgeber: Rechtsanwalt Prof. Dr. Rainer Cherkeh.
Kontakt zur Ombudsperson

oder
• an das Ergänzende Hilfesystem (EHS) des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Mehr Infos über das EHS