Hermannsburg/Hamburg: Wer träumt nicht davon, sich selbst einmal auf der großen Kino-Leinwand zu erleben? Für unserer BewohnerInnen Annelie Mokwa  & Torsten Bauer sowie Hanne Matzeit & Wilhelm Sommer wurde dies Wirklichkeit.

Am vergangenen Wochenende zeigte das Abaton-Kino in Hamburg die Premiere der Dokumentar-Reihe Die Macht der Liebe. Vier außergewöhnliche Liebesgeschichten standen dabei im Mittelpunkt. Schonungslos ehrlich, herzzerreißend und gleichzeitig voller Hoffnung, so brachte Filmemacher Michael Hofmann die Geschichten der Liebespaare auf die Leinwand.

Mit rund dreißig Bewohnerinnen, Bewohnern und Mitarbeitenden vom Albert-Schweitzer-Familienwerk waren auch wir zu der Premiere angereist, um unsere Protagonisten zu feiern. Dabei zeigte Michael Hofmann nicht nur die vier Dokumentationen in Erstaufführung. Er holte die Portraitierten auch zu kleinen Gesprächsrunden auf die Bühne, in denen er sich bedankte und sie dem Publikum vorstellte.

Welch ein Erlebnis!

Die Macht der Liebe“ zeigt sich in vier außergewöhnlichen Liebesgeschichten

Peter Leckert wächst als eines von zehn Kindern im zerbombten Würzburg auf. Armut, Missbrauch und Hunger prägen seine Kindheit, er muss stehlen, um zu überleben. (…) Mehr als drei Jahrzehnte verbringt er hinter Gittern (…)  Doch in der tiefsten Hoffnungslosigkeit geschieht das Unfassbare: Peter begegnet einem Menschen, der ihn sieht. Der ihn liebt. Und alles kommt anders.

Annelie Mokwa (64) und Torsten Bauer (62) sind kognitiv beeinträchtigt und leben in einer Wohngruppe des Albert-Schweitzer-Familienwerks in Hermannsburg. Sie sind seit über zehn Jahren sind sie ein glückliches Paar und geben einen ungeschminkten Einblick in ihr Leben und verzaubern durch ihren unverstellten Zugang zu ihren Gefühlen.

Seit fünfzehn Jahren teilen Hanne Matzeit (71) und Wilhelm Sommer (63) – ein kognitiv beeinträchtigtes Paar – ein einziges Zimmer in einer Einrichtung des Albert-Schweitzer-Familienwerks in Hermannsburg. „Zusammen zusammen“, sagt Wilhelm, und in diesem kleinen Satz steckt ihre ganze Welt. Mit entwaffnender Ehrlichkeit und viel Humor erzählen sie von ihrer Liebe, erklären, warum sie nicht heiraten (Hanne: „Mein Finger ist zu dick“) und verraten, wie es gelingt, auf engstem Raum ein glückliches Leben zu führen.

Die 14-jährige Karin steigt jeden Morgen in die Straßenbahn – und jedes Mal wartet dort der 19-jährige GI Dave in Uniform. (…)  Täglich stellt er dieselbe Frage: „Do you wanna go to the movies with me?“ (…)  68 Jahre, vier Kinder, zehn Enkel und sechs Urenkel später, sind die beiden glücklicher denn je und enthüllen das Geheimnis ihrer lebenslangen Liebe auf den ersten Blick.

Ein Blick hinter die Kulissen

… mehr über die Dreharbeiten bei uns:
zum Artikel

… ein paar Eckdaten zum Film:
Der Film wird von der Adalbert-Zajadacz-Stiftung unterstützt, die auch das darauf aufbauende bundesweite Schulprojekt HERZENSBILDUNG fördert. Schüler im Alter von 15-18 setzen sich mit den authentischen Liebesgeschichten verschiedenster Couleur auseinander und erweitern so ihren emotionalen Horizont.

…und über den Regisseur:
Michael Hofmann dreht Dokumentar- und Spielfilme für Kino und TV mit Schauspieler*innen wie Martina Gedeck, Andrea Sawatzki und Manuel Rubey. Das Thema Liebe zieht sich wie ein roter Faden durch sein mehrfach ausgezeichnetes Werk. Mehr unter: https://michael-hofmann-filme.de.

… über das Abaton-Kino:
Das Abaton (griechisch ἄβατον, „Heiliger Ort“) im Hamburger Stadtteil Rothenbaum gilt als eines der ersten Programm-Kinos in Deutschlands. Seit seiner Gründung im Jahr 1970 überzeugt es durch ein sorgfältig ausgewähltes Programm abseits der klassischen Popcorn-Kinos. Kunstfilme, Dokumentationen, Klassiker, Avantgarde- und Undergroundfilme gehören zu dem vielschichtigen Repertoire.

Ansprechpartnerin:

Simone Schulze

Öffentlichkeitsarbeit

T 0 50 52 / 98 71 21